Lebenslauf von Lodrö Tulku Rinpoche


Ein Meister aus Osttibet


Lodrö Tulku Rinpoche (Jampa Namgyäl) wurde 1942 in der Osttibetischen Ortschaft Dahor geboren und wurde traditionsgemäss als sechste Reinkarnation in der Linie der Lodrö Rinpoches anerkannt. Er genoss eine monastische Ausbildung in der Gelugpa-Tradition in Osttibet und an der Klosteruniversität Seraje in Lhasa. 1959 war der junge Lodrö Rinpoche mit einer Gruppe anderer Mönche zu einer strapaziösen Flucht aus dem chinesisch besetzten Tibet gezwungen. Viele seiner Familienmitglieder und Begleitgruppe verloren ihr Leben.

Nach Ankunft in Indien fürte er seine Studien fort, lektorierte tibetische Sprache an der Universität von Kolkata und lernte schnell Englisch in einer christilichen Missionsschule. 1967 wurde er zusammen mit fünf anderen Mönchen zur Betreuung der tibetischen Diaspora vom 14. Dalai Lama in die Schweiz entsandt, wo sie ins neugegründete Tibetinstitut in Rikon ZH, Schweiz einzogen. Dort wirkte er viele Jahre als buddhistischer Seelsorger. Aufgrund seiner guten Deutsch- und Englischkenntisse diente er verschiedenen tibetischen Meistern als Übersetzer und entfaltete seine eigene Lehrtätigkeit.


Lehrtätigkeit in der Schweiz

Bald bildete sich um ihn eine vorwiegend westliche Schülerschaft, die er an verschiedenen Zentren in der Deutsch- und Westschweiz unterrichtete. Auf Einladung unterrichtete er unter anderem in Deutschland, Italien, Spanien, Singapore, Indien und der Mongolei.

Um die Jahrtausendwende eröffnete er das Meditationzentrum Samdup Dolma Ling in Erlenbach am Zürichsee, wo er fortan residiert. Aus einer mehrjährigen Retreatreihe zur Chöd-Praxis, die er als sein Spezialgebiet intensiv lehrt, entstand 2010 das Meditationszentrum Ganden Chökhor im Waldhotel des Bergweilers Pradaschier, oberhalb von Churwalden im Kanton Graubünden. Das Haus hat durch die Lehren Rinpoches besonders im Bereich der Chöd-Praxis internationale Austrahlung erlangt und zieht namhafte Meisterinnen und Meister verschiedener Schulen an.

Im Jahr 2023 wurde Rinpoche aufgrund seines einzigartigen Wissens zur Chödpraxis zu einem umfassenden Lehrzyklus über die Chödpraxis in die Klosteruniversität Seraje in Südindien eingeladen, wo er über zwei Wochen gegen 800 Studenten in die Chödpraxis einführte.


Übersetzungsarbeit

Basierend auf seinen Vorträgen hat Lodrö Tulku Rinpoche diverse Schriften mit besonderem Fokus auf die Chöd- und Tarapraxis veröffentlicht. Seine Werke wurden ins Englische, ins Spanische und Italienische übersetzt.


In den lokalen Medien